Ilse Lichtenstein-Rother

Ilse Lichtenstein-Rother (geb. 1917 in Wilsdruff/Sachsen, gest. 1991 in Augsburg) ist eine bekannte Grundschulpädagogin der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie hat sich besonders für den Anfangsunterricht und den Sachunterricht engagiert.

Nach der Volksschullehrerausbildung in Dresden wurde sie anschließend Zirkuslehrerin beim Zirkus Belli und ab 1946 Leiterin einer Tagesstätte für Kinder und Jugendliche mit sozialen Defiziten. 1948 übernahm sie die Dozentur für Praktische Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Celle, wo sie als Lehrerin einer Beispielklasse wirkte und sich besonders intensiv mit Arbeitsmitteln beschäftigte. 1957 wurde sie als Professorin für Schulpädagogik an der PH Bielefeld berufen. In dieser Zeit erprobte sie in enger Verbindung mit Schulen ihre Vorschläge zum Anfangsunterricht. Fachbezeichnungen wie Sachunterricht und Weltkunde hat sie in dieser Zeit schon deutlich vertreten. Sie arbeitete maßgeblich an den neuen niedersächsischen Richtlinien für Volksschulen mit und entwickelte sehr früh in ihren Schriften wie auch in den Richtlinien Niedersachsens die Fachbezeichnung Sachunterricht. Von 1964-1973 wirkte sie als Professorin für Schulpädagogik an der PH Westfalen-Lippe, Abt. Münster. In dieser Zeit wurde das bekannte Buch zum Schulanfang mehrfach aufgelegt. Sie entwickelte sich in ihren Vorschlägen für den Unterricht von der damals dominierenden Heimatkunde hin zur Sachkunde. Von 1973-1986 war sie Inhaberin des Lehrstuhls Pädagogik mit Schwerpunkt Grundschuldidaktik an der Universität Augsburg und verfasste in dieser Zeit auf der Basis ihrer anthropologischen Orientierung richtungweisende Schriften zur grundlegenden Bildung, sie gab zahlreiche Lehrwerke heraus. Auch nach der 1986 erfolgten Emeritierung hat sie weiterhin die pädagogische Debatte beeinflusst und eine an der Schulwirklichkeit orientierte schulpädagogische Theoriebildung vertreten.

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